Wahre Liebe
Ein Beitrag von
Bernd erstellt
am 16.06.2008
"Zum Flusse einen sich die Quellen,
auf das im Meer der Strom sich finde,
und immerdar in süßen Wellen
vermischen sich des Himmels Winde;
nichts in der Welt ist einsam,
göttliches Gesetz herrscht hier,
alles ist im Geist gemeinsam.
Warum denn nicht wir?
Sieh den Berg den Himmel küssen,
es umfangen sich die Wogen;
die Blume würd es büßen müssen,
wär sie dem Bruder nicht gewogen.
Der Strahl des Mondes küßt das Meer,
die Erde atmet Sonnenlicht,
all diese Süße wäre leer,
küßtest Du mich nicht."
Dieses Gedicht aus der englischen Romantik von Percy B. Shelly hat mich jahrelang begleitet.
Ich finde, es ist eins der schönsten Liebesgedichte überhaupt.
Und das bringt mich zum Thema dieses Beitrages.
Sind wir noch zu wahrer Liebe fähig?
Natürlich war die englische Romatik überhöht, ein bißchen weltfremd, oft "trunken ob der schönen Worte".
Was ist denn die wahre Liebe? Also nicht die Liebe zu unseren Schutzbefohlenen, zu unseren Eltern, Geschwistern usw.
Können wir uns noch selbst vergessen in Gedanken an den Adressaten dieses unbeschreiblichen Glücksgefühls?
Wenn ja, was wird aus dieser Liebe im Laufe der Zeit? Eine Vernunftpartnerschaft? Ein Nebeneinanderherleben in gegenseitigem Respekt?
Das wäre ja schon mal was. Wenn ich mir die Trennungs- und Scheidungsrate in unserem Bekanntenkreis ansehe, stelle ich mir die Frage, ob sich die Erwartungen der Menschen an den Partner verändert haben.
Werte wie Rücksichtnahme, Verständnis für einen anderen Standpunkt, Vertrauen, Respekt gehen anscheinend im Lauf der Zeit verloren.
Ich bin dafür, unserem Partner heute eine Liebeserklärung zu machen und werde gleich damit anfangen.
Bernd
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