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Wohin mit meinen Fehlern?

Ein Beitrag von Bernhard erstellt am 27.04.2009   

Kein Mensch ist perfekt, sowohl äußerlich, als auch von seinem Handeln. In diesem Beitrag möchte ich vor allem die nicht ganz so perfekten Seiten des Handelns betrachten.

Was meine ich damit?

Es gibt Menschen, die nie die berühmte Zahnpastatube nach Gebrauch wieder verschließen, die ständig zu spät kommen, die sich nicht auf eine Handlung konzentrieren und sich dadurch ständig verzetteln oder die, die nie ihre Ziele erreichen, weil sie bereits nach wenigen Stunden ihre Vorsätze bei Seite schieben.

Dieser Liste kann wahrscheinlich jeder noch unzählige Punkte hinzufügen, so dass sie letztlich unendlich lang werden kann.

Was mich jetzt interessiert ist die Anwort auf die Frage: Was soll man mit seinen Fehlern machen? Wie
immer gibt es mindestens zwei Möglichkeiten.

Wer genug Selbstbewusstsein besitzt, kann über seine eigenen Fehler hinwegsehen und von seinen Mitmenschen verlangen, dass sie akzeptiert werden. Das wiederum wird von vielen als Arroganz betrachtet, was zur Folge hat, dass man nicht unbedingt beliebter wird.

Andere Menschen wiederum versuchen verzweifelt an ihren Fehlern zu arbeiten, scheitern aber daran und
fallen irgendwann einmal in eine tiefen Depression, weil sie ständig damit konfrontiert werden, ein Versager zu sein.

Wie geht Ihr mit Euren Fehlern um (sofern Ihr welche habt...)? Machen sie Euch krank, weil Ihr vergebens dagegen ankämpft oder aber hegt und pflegt Ihr sie wie etwas sehr Kostbares, weil sie einfach zu Euch gehören?

Frankfurt, 27. April 2009

Bernhard





 




Kommentar von Kerstin zuletzt gesendet am 28.04.2009 17:06:22   

Jeder Mensch hat Fehler, doch nicht jeder erkennt seine Fehler.
Die einen kommen selbst drauf, die anderen werden auf ihre Fehler aufmerksam gemacht.
Wer auf seine Fehler angesprochen wird, hat Glück. Dieser Mensch hat gute Freunde, denen er was bedeutet. Die Fehler von jetzt auf sofort abzustellen ist bestimmt nicht möglich. Ich finde es wichtig seine Fehler zu erkennen. Wenn es einen selbst dann stört und man dadurch Nachteile hat kann man versuchen, daran zu arbeiten. Den ersten Schritt dazu hat man ja bereits getan. Ich denke nicht, dass die eigenen Fehler einen krank machen. Es ist aber auch nicht richtig sie zu ignorieren. Einfach mal ausprobieren was passiert, wenn ich mich anders verhalte oder einen anderen Weg einschlage. Offen sein für neue Dinge und Anregungen von außen. Sich nicht selbst im Wege stehen.


Wunstorf, 28.April 2009

Kerstin


     


Kommentar von Eva zuletzt gesendet am 06.05.2009 22:14:15   

Als ich die Beiträge las, kam mir spontan die Frage in den Sinn: " Was ist eigentlich ein Fehler? " Wer oder was definiert diesen Begriff? Wer legt fest, was ein Fehler ist oder was nicht? Ist ein hier in unserer Gesellschaft festgelegter Fehler überall gleich wahr? Macht es einen Unterschied, ob ich einen Fehler habe oder ob ich einen Fehler mache?
Ich könnte die Reihe der Fragen noch lange so weiterführen, aber ich möchte euch nicht damit langweilen.
Aus meinem Verständnis messen sich "Fehler" immer an einer Norm, wie etwas zu sein hat. Und auch da gibt es so viele Möglichkeiten der Unterteilung, was die Norm ist. Gesellschaftliche Normen, Entwicklungsnormen, Qualitätsnormen.....(Fehler 1. und 2.Art)!

Eine Definition, die ich gefunden habe sagt, ein Fehler ist die "Nichterfüllung einer festgelegten Forderung".
Und da wird ziemlich deutlich, das Fehler haben und machen auch relativ sein kann und nicht überall auf der Welt allgemein gültig. Ob ich einen Fehler habe oder mache ist also auch abhängig von der festgelegten Forderung.
Natürlich gibt es "Forderungen" und Normen, die sehr notwendig sind, damit ein Miteinander-Leben überhaupt möglich wird. Zu wissen, was richtig ist und was ein "Fehler" ist gibt uns Sicherheit und Orientierung.

Aber ich denke, es tut auch gut zu wissen, dass man eine " festgelegte Forderung" auch hinterfragen und für sich prüfen kann. Wenn man dann zu der Einsicht gelangt, das sie berechtigt ist, wird man zumindest an den Fehlern, die man gemacht hat, etwas verändern können.
Mit den Fehlern, die wir haben und die sich nicht verändern lassen, können wir vielleicht etwas gelassener und nachsichtiger umgehen. Denn was hier als handicap gilt, ist vielleicht in einem anderen Teil der Welt eine besondere Gabe. Wer weiß das schon wirklich.

Abraham Lincoln hat mal gesagt: " Leute, die keine Fehler haben, haben auch wenig Tugenden "

Könnte was daran sein. Oder wie seht ihr das?







     


Kommentar von Bernhard zuletzt gesendet am 08.05.2009 16:06:45   

Evas Definition von Fehler erinnert mich etwas an meine Softwaretests, lässt sich aber bestimmt auch auf den Menschen übertragen. "Nichterfüllung einer festgelegten Forderung".

Jetzt stellt sich die Frage: Wer legt die Forderung nach einer bestimmten Eigenschaft oder eines bestimmten Verhaltens fest? Auch wenn es manchmal nicht einsichtig ist, müssen wir die vom Staat festgelegten Forderungen beachten, können doch die Folgen sonst sehr schmerzlich sein. Ich glaube, dass wir hierüber auch nicht diskutieren müssen, es ist einfach so.

Anders sehe ich das bei den Regeln (festgelegten Forderungen), die nicht vom Staat, sondern von der Gesellschaft, der Kirche, dem Verein, den Bekannten der Familie, vom Lebens(abschnitts)partner oder zuletzt auch von sich selbst festgelegt wurden. Alle diese Regeln wurden letztendlich von einzelnen Menschen mit einem mehr oder weniger fraglichen Mandat festgelegt und sind nicht selten nur deshalb zustande gekommen um daraus persönliche Vorteile zu ziehen. Wobei ich bei dieser Behauptung den Staat ausdrücklich nicht ausnehmen möchte.

Die Regeln, die man nicht selbst für oder gegen sich aufgestellt hat, sind relativ einfach in Frage zu stellen. Und das Gute daran ist, man kann schnell zu dem Ergebnis kommen, dass die Konsequenzen der Nichtbeachtung relativ überschaubar sind, zumindest theoretisch. Und sind es dann noch meine Fehler, wenn es die Regeln der anderen sind? Oder haben die anderen nur fehlerhafte Regeln aufgestellt?

Schwieriger wird es dann bei den Regeln, die man sich selbst aufgestellt hat und deren Einhaltung einem Schwierigkeiten bereitet, "die man sich selbst aufgestellt hat". Eine berechtigte Frage ist: Wer ist "man"? Bin ich das selbst oder sind es nur Reflektionen meiner Umwelt? Ist es das, was ich wirklich will oder glaube ich nur, dass ich diese Regel wirklich will? Woran kann ich diesen kleinen Unterschied zwischen "man" und "ich" erkennen?

Warum bestehe ich auf diese Trennung von "man" und "ich"? Ganz einfach, hat "man" sich selbst diese Regel aufgestellt, ist diese Regel also nur eine Reflektion anderer, kann ich sie genau so leicht wie oben erwähnt in Frage stellen.

Was jetzt noch übrig bleibt sind nach meiner Überzeugung die Regeln, zu denen ich stehe und die ich auch befolge, weil ich sie mir selbst gegeben habe. Diese Regeln befolge ich solange, bis ich selbst zu der Einsicht gekommen bin, dass sie für mich keine Gültigkeit mehr haben.

Frankfurt, 08. Mai 2009

Bernhard








     


Kommentar von Bernd zuletzt gesendet am 17.05.2009 23:00:45   

Einen Fehler begehen und nicht wieder gutzumachen, das erst heißt wahrhaft fehlen.
Konfuzius, (551 - 479 v. Chr.)

Ein schönes Thema. Ich komme zurück auf die Frage von Bernhard in seinem Beitrag. Wie gehen wir mit unseren Fehlern um?

Ich habe Fehler und ich begehe welche. Eigentlich jeden Tag. Ich vergesse einen Rückruf, versäume einen Termin usw. Das alles ist mir bewußt und deshalb versuche ich, den Leitsatz von Konfuzius zu befolgen. Erst wenn ich aus meinen Fehlern nicht lerne, begehe ich wirklich einen.

Nun zu den Fehlern, die ich habe. Manche erkenne ich selbst, andere werden von wohlmeinenden Mitmenschen erkannt und sie machen mich darauf aufmerksam. Sollten es keine wohlmeinenden Menschen sein, die meine Fehler erkennen, so werden sie sich höchstens über meine Fehler lustig machen.

Ich kann sogar mit meinen Fehlern kokettieren:

Wir werfen uns zuweilen Fehler vor und gestehen es sogar anderen, daß wir deren eine große Anzahl haben. Näher aber betrachtet, haben wir dabei die geheime Absicht, aus diesen sogenannten Fehlern gerade einige unserer schönsten Tugenden hergeleitet zu sehen. Ach, ich bin so außerordentlich zerstreut, so unordentlich, so vergeßlich! Es soll heißen: Nicht wahr, ich bin eine poetische Natur?
Karl Ferdinand Gutzkow, (1811 - 1878), deutscher Schriftsteller und Journalist.

Kein weiterer Kommentar!


17. Mai 2009

Bernd





     



 









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